Dionysos
Euripides in der Fassung von Roland SchimmelpfennigSpielzeit 2026
mit: Christine Garbe, Julia Gröbl, Rainer Haustein, Martin Schülke,
Musik Katerina Giannitsioti, Ramon Boss,
Ausstattung: Sylvia Houston
Regie: Sven Schöcker︎︎︎
Dionysos oder Bacchos, der Gott des Weines, des Rausches, der Ekstase, feiert in den Bacchen
von Euripides nochmals ein Fest. Und was für eines! Dionysos, erzürnt darüber, in seiner Heimat
Theben von den Bewohnern nicht als Gott erkannt und anerkannt zu werden, lässt seine Macht
und Muskeln spielen: Er vereint eine Schar Gläubiger hinter sich und lässt diese im wilden Rausch
und Ekstase seine Zweifler und Widersacher vernichten, hier Pentheus, der amtierende König von
Theben...
Dionysos ist ein Stück über den Kampf des Irrationalen mit dem Rationalen. Eine archaische
Metapher über Leben und Tod, über Werden und Vergehen, über Dialektik im weitesten Sinn.
Euripides’ letztes und brutalstes Stück, das unsere irrationalen Seiten und Sinne ansprechen will,
entzieht sich einer klaren und eindeutigen, sowie rationalen Interpretation genauso, wie sich der
Gott Dionysos selbst der reinen Vernunft und Ratio entzieht. „Nah ist und schwer zu fassen der
Gott“ Hölderlin.
Nur soviel wird klar: ein Erkennen, Annehmen und Ausloten dieser rationalen und irrationalen
Anteile in uns selbst, unser Mut zum Rausch, zur Ekstase und gleichzeitig auch zu mehr Vernunft,
täte uns allen in unserer heutigen Welt mehr als gut...
